Heute am Tisch: Birgit Schneider, Journalistin und Kommunikationstrainerin. Sie hat das Konzept „Bewusst im Dialog“ entwickelt, für Gespräche, in denen Veränderung wirklich ankommt. Die Schwerpunkte: Gesprächskultur in Teams, Missverständnisse vermeiden, Gespräche deeskalieren, Gesprächsgefüge sichtbar machen.
Warum sagt im Meeting niemand etwas, obwohl es Bedenken gibt?
Es braucht Mut, vor allen zu widersprechen, besonders wenn die Führung schon entschieden hat. Wer immer wieder erlebt, dass Einwände nichts bewirken, zieht sich zurück und sagt nichts mehr. Teams brauchen eine Gesprächskultur, in der sich jeder sicher äußern kann.
Was gemeint ist und was verstanden wird, sind oft verschiedene Dinge. Woran liegt das?
Jeder spricht und hört durch seine eigenen Filter. Das beginnt schon mit einzelnen Wörtern: ‚Wandel‘ weckt bei manchen Aufbruchstimmung, bei anderen Sorge. Wer mit echtem Interesse in den Dialog geht und für Klarheit sorgt, beugt Missverständnissen vor.
Wenn ein Gespräch eskaliert, woran liegt das und wie kommt man da raus?
Meist liegt es an Gefühlen: Wir fühlen uns angegriffen, verletzt oder übergangen. Das Nervensystem gerät dann in den Stressmodus und schaltet auf Abwehr, Verteidigung oder Angriff. Der Ton wird schärfer, wir hören weniger zu und sind weniger empathisch. Aus diesem Automatismus auszusteigen, lässt sich trainieren. Es gibt Techniken, mit deren Hilfe man in solchen Momenten neutraler bleiben kann.
Lässt sich sichtbar machen, wie ein Team miteinander spricht?
Ja. Dafür habe ich ein Instrument entwickelt, das ich gerade mit ersten Teams erprobe. Es zeigt das Gesprächsgefüge eines Teams im Ganzen auf und so können wir genau an den Themen arbeiten, die die Gespräche dieses Teams prägen.